Impressionismus

Der Impressionismus (vom Lateinischen „impressio“ = „Eindruck“) entstand in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Frankreich und war zweifelsohne ein Kind seiner Zeit, denn seine Entstehung wurde von drei entscheidenden Faktoren bedingt: die soziale Entwicklung in der postrevolutionären Zeit der Industrialisierung, die Erfindung der Fotografie und die Entwicklung der Tubenfarbe. Industrialisierung und Landflucht erforderten eine Umstrukturierung der französischen Hauptstadt Paris, die bereits damals über eine Million Einwohner hatte und so verdreckt war, dass es nicht wundert, dass Victor Hugo (1802-1885) in „Die Elenden“ über 20 Seiten einzig der Beschreibung der Abwassersysteme widmete. So führte man den Plänen des Präfekten Georges-Eugène Baron Haussmann (1809-1891) folgend unter Napoléon III. (1808-1873) ein umfassendes Sanierungsprojekt durch. Die Stadt wurde – auch als Lehre aus den Barrikadenkämpfen der Vergangenheit – übersichtlicher strukturiert. Industrie und Arbeiterviertel wurden an den Stadtrand gedrängt, während sich der Stadtkern zu einem Mekka des Bürgertums und der Künstler entwickelte. Das Leben in dieser nun blühenden Metropole wollten die Künstler dieser Zeit einfangen.

Die Malerei als Mittel zur Abbildung der Wirklichkeit und der Darstellung von Szenerien mit hohem Ikonizitätsgrad war durch die Erfindung der Fotografie überflüssig geworden. Allerdings waren die Maler auch nicht mehr an die Arbeit in ihren Ateliers gebunden. Die Erfindung der Tubenfarbe eröffnete ihnen die Möglichkeit, vor Ort zu malen und die Flüchtigkeit eines Augenblicks mit einem besonderen Fokus auf Farbe und Licht auf der Leinwand festzuhalten. Der von einem Journalisten nach der ersten Gruppenausstellung im Jahre 1874, bei der auch Impression. Aufgehende Sonne gezeigt wurde, zunächst spöttisch vergebene Name „Impressionisten“, wurde von den damit bezeichneten Künstlern nach kurzer Zeit mit Stolz getragen.
Nun, über 140 Jahre später, überträgt der Maler Wolfgang Pfau Stil und Intention der Impressionisten in die Pastellmalerei. Da impressionistische Bilder vor allem die Erscheinungsfarbe des Motivs einfangen wollen und die Farbmischung optisch auf dem Malgrund erfolgt, lassen sich mit Pastellkreiden optische Effekte erzeugen, die mit Acryl- oder anderer Tubenfarbe nicht möglich wären. Sowohl besonders harte Kanten und Akzente wie auch gleichmäßig weiche Übergänge können besser aufs Bild gebannt werden.